Brandenburg
In Brandenburg ist gesellschaftliche Klima zunehmend von Rassismus und anderen Formen der Diskriminierung geprägt. Exemplarisch hierfür steht der Cottbuser Bürgermeister Holger Kelch, der als Reaktion auf Auseinandersetzungen einen Zuweisungsstopp für Flüchtlinge nach Cottbus verlangte und diesen von der Landesregierung gewährt bekam. Darüber hinaus gibt vor allem in Cottbus ein weit gespanntes und starkes Netzwerk rechtsradikaler und neonazistischer Strukturen. Gleichzeitig werden Freiheitsrechte selbst unter der rot-roten Landesregierung weiter eingeschränkt, beispielsweise durch das neue und bereits verabschiedete Polizeigesetz. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen gibt es seit Jahrzehnten auch in Brandenburg in zahlreichen Orten vielfältige, solidarische und offene Menschen, Projekte und Initiativen, die sich diesem Klima entgegenstellen. Hier wollen wir ansetzen, denn wir lassen nicht zu, dass Sozialstaat, Flucht und Migration und Klimaschutz gegeneinander ausgespielt werden. Wir halten dagegen, wenn Grund- und Freiheitsrechte weiter eingeschränkt werden sollen. Wir streiten weiterhin für einen solidarische und emazipatorischen Gesellschaftsentwurf, der progressive Antworten auf Strukturwandel und soziale Problemlagen findet.  

E-Mail an Berlin-Brandenburg

Regionalgruppen:

Forst, Cottbus, Märkisch-Oderland

Wenn du mitmachen willst oder selbst eine Marktplatz-Veranstaltung mit #WannWennNichtJetzt organisieren willst, meld dich bei uns!

Thüringen

Im Angesicht des immer stärker werdenden Rechtsrucks in der ganzen BRD, Europa und der Welt ist es umso wichtiger, dass sich solidarische Menschen zusammentun, sich vernetzen und gegenseitig stärken. Die erste rot-rot-grüne Landesregierung in Thüringen hat im Vergleich zu den 1990er Jahren zu einigen Verbesserungen geführt. Trotzdem gibt es nach wie vor gesellschaftliche und soziale Fragen und Probleme die wir weiterhin nur gemeinsam von links beantworten können und müssen.
Denn nach wie vor steigen die Mieten ungebremst weiter, sodass wir in Städten wie Jena mittlerweile genauso viel Prozent unseres Einkommens für die Miete zahlen müssen wie in Potsdam, Köln oder Berlin. Nach wie vor werden unsere geflüchteten Freund*innen abgeschoben und Familien auseinander gerissen. Nach wie vor werden unsere Wohn- und Kulturprojekte bedroht und geräumt. All dies droht sich mit rechten und konservativen Mehrheiten noch weiter zuzuspitzen. Die Angriffe von rechts, insbesondere aus dem Höcke-Flügel nehmen schon jetzt stetig zu.

Zudem können Häuser und Projekte der Rechten weiter existieren. Der NSU und sein Unterstützungsumfeld kam vornehmlich aus Thüringen und während dieser offiziell “zerschlagen” wurde, arbeitet das rechte Unterstützer*innennetzwerk in eben diesen Projekten und Häusern ungestört weiter. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Björn Höcke auf dem Thüringer Land seinen „Inspirations- und Regenerationsraum“ gefunden hat, wo er „Bullerbü“ spielen kann, um dann weiterhin mit der AfD völkisch-nationalistisch zu hetzen.

Aber wir lassen uns nicht entmutigen! Denn wann wenn nicht jetzt heißt es Position zu beziehen, Solidarität zu leben und linke Antworten zu den bestehenden Problemen aufzuzeigen, damit die rechtspopulistischen Vereinfachungen nicht weiter spalten können.

E-Mail an Thüringen

Regionalgruppe:

Saalfeld

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Sachsen

In Sachsen stehen Personen und Initiativen, die sich für eine solidarische Gesellschaft einsetzen, unter erheblichem Druck. Einerseits gibt es eine Landesregierung, die seit knapp 30 Jahren wie kaum eine Andere in Deutschland für den Abbau des Sozialstaats steht und soziales Engagement erschwert und zum Teil sogar bekämpft. Auf der anderen Seite gibt es ein gesellschaftliches Klima, dass von Rassismus und anderen Formen der Diskriminierung geprägt ist, die in den meisten Fällen von institutioneller Ebene geleugnet, relativiert und verharmlost werden (man denke an Kurt Biedenkopfs Aussage, Sachsen sein “immun” gegen Rechtsextremismus). Darüber hinaus gibt es ein weit gespanntes und starkes Netzwerk rechtsradikaler und neonazistischer Strukturen, das bis hinein in Behörden wie Polizei und Verfassungsschutz reicht.

In dieser doch sehr ungünstig erscheinenden Gemengelage gibt es trotzdem einen nicht unerheblichen Teil der Gesellschaft, der sich für einen offenen und solidarischen Gesellschaftsentwurf stark macht. Diese Menschen arbeiten (ehrenamtlich) in Jugendzentren, Frauenhäusern, Initiativen für Geflüchtetenhilfe, Kirchen und religiösen Gemeinden, Gewerkschaften und Sozialverbänden oder sind Teil von Gruppen und Organisationen. Mit diesen Menschen wollen wir uns den öffentlichen Raum nehmen, um zu zeigen, dass wir uns nicht einschüchtern lassen, dass wir Antworten auf soziale Problemlagen haben, die antirassistisch sind und dass wir weiterhin für eine solidarische Gesellschaft kämpfen werden.

E-Mail an Sachsen

Regionalgruppen: Bautzen, Plauen, Zwickau, Grimma, Erzgebirge

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Unterstützung

Ihr wollt uns im Vorfeld oder am Tag selbst unterstützen aber wisst nicht wie? Kein Problem!
Ab jetzt könnt ihr euch hier auf der Website eintragen, um uns mit den vielen kleinen und großen Aufgaben vor Ort zu unterstützen.

Wir brauchen eure Unterstützung auch im Vorfeld! Zum Beispiel indem ihr…

… das Crowdfunding in eurem Umfeld und auf Social Media teilt

… eure Orte mit Plakaten, Flyern und Stickern verschönert

… Veranstaltungen und Lesungen organisiert

Ihr habt sonstige Talente oder Skills, die ihr einbringen wollt? Meldet euch gerne direkt für die Region eures Interesses oder bei unterstuetzen@wannwennnichtjetzt.org.

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Neben der Geschichte als Produktionsort des Trabant sowie als Spielort des FSV ist Zwickau überregional bekannt dafür, dass der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) hier jahrelang von Behörden ungestört agieren konnte. Viele rassistische Morde und Anschläge sind hier geplant worden. Auch in Zwickau sind viele Verstrickungen von Behörden und neonazistischen Strukturen nach wie vor nicht aufgeklärt. Das muss sich ändern!

Die aktuelle politische Lage hat sich in Zwickau mit den Kommunal- und Europawahlen nochmals verschärft: Bei beiden Wahlen wird die AfD knapp hinter der CDU zweitstärkste Kraft und die Linkspartei verzeichnet deutliche Verluste. Aktuell versucht die militante neonazistische Kleinstpartei “III. Weg” Straßen und Parlamente zu erobern. Soziale Projekte, Frauenhäuser und antirassistische Initiativen sind durch diese Verhältnisse zunehmend in Gefahr, obwohl es gerade diese progressive Arbeit momentan so dringend braucht, um dem Rechtsruck etwas entgegenzusetzen.

Jedoch gibt es trotz dieser Schwierigkeiten in Zwickau und Umgebung auch Menschen, die täglich für eine offene und solidarische Gesellschaft einstehen und sich antirassistisch und selbstorganisiert engagieren. Dieses Engagement zeigt sich vor Ort z.B. an jährlichen Veranstaltungen wie “If the kids are united” oder dem United Colours Streetsoccer Cup. Vor kurzem fand außerdem die erste Demonstration von Fridays for Future Zwickau für mehr Klimagerechtigkeit statt. Es bewegt sich also was!

Wir fordern in Zwickau und auch darüber hinaus, dass selbstverwaltete Jugendkultur gestärkt wird. Leerstehende Gebäude sollen dafür zu kollektiv geführten Orten der Begegnung verwandelt werden, die für alle zugänglich sind. Das heißt für uns: Niemand soll aufgrund eines zu kleinen Geldbeutels, der (vermeintlichen) Herkunft, Aussehen oder Gender von der gleichberechtigten Teilhabe ausgeschlossen werden!

ab 10 Uhr, Hauptmarkt: Infostände verschiedener lokaler und überregionaler Initiativen und Vereine

10 Uhr, Domhof: Workshop: „Zwischen Profitinteressen und sozialer Nachbar*innenschaft – wie umgehen mit der Leerstand-Frage?“ — Während in den Großstädten überall die Mieten steigen und Stadtentwicklung vor allem von börsennotierten Großkonzernen bestimmt wird, fehlen außerhalb der urbanen Ballungszentren häufig Impulse für jegliche Entwicklung. Doch soziale Zentren, kreative Kulturangebote und selbstorganisierte Projekte der Nachbarschaft finden kaum einen Raum und häufig stehen Eigentumsverhältnisse einer sinnvollen Leerstandsnutzung im Wege. Welche Rolle spielen Eigentumsverhältnisse bei der Strukturierung unserer Umgebung und wie können wir Schlupflöcher finden, um solidarische Projekte abseits von Profitinteressen aufzubauen?

ab 10 Uhr, Hauptmarkt: United Colours Streetsoccer Cup

ab 11 Uhr, Hauptmarkt: Graffiti-Workshop

12 Uhr, Hauptmarkt: Lesung und Diskussion: Aufbruch im Osten? — Drei Jahrzehnte sind seit dem Jahre Herbst 1989 vergangen: Wie haben sich die Hoffnungen aus der Zeit des demokratischen Aufbruchs seit dem entwickelt? Welche Erfahrungen haben viele Ostdeutschen nach der Wende gemacht? Und welche Rolle spielt die Entwicklung dieser Jahre für die gegenwärtige Politiklandschaft Ostdeutschlands. Gemeinsam mit der DDR-Oppositionellen Judith Braband, dem Historiker Bernd Gehrke, der Schriftstellerin Manja Präkels und dem Bündnis #unteilbar wollen wir darüber ins Gespräch kommen, wie im Wahl- und Jubiläumsjahr ein emanzipatorischer Aufbruch gestaltet werden kann.

15 Uhr, Eiscafé Dolce&Fredo: Lesung: Grit Fischer vom VVN BdA liest aus „Aus der Hölle zurück — Von der Willkür des Überlebens im Konzentrationslager“ von Tadeusz Sobolewicz, der als Kurier einer polnischen Widerstandsgruppe nach seiner Verhaftung durch die Gestapo in Auschwitz, Buchenwald, Flossenburg und ihren Außenstellen Leipzig, Mülsen und Regensburg interniert war.

16 Uhr, Eiscafé Dolce&Fredo: Lesung mit Robert Claus: „Hooligans. Eine Welt zwischen Fußball, Gewalt und Politik“ — Hooligans sind eine der ältesten Jugendkulturen in Deutschland. Über die Jahrzehnte hat sie sich ausdifferenziert, erneuert und zum Teil professionalisiert. Es sind nicht mehr die betrunkenen Schläger, die diese Szene prägen, sondern organisierte Fights von international vernetzten Kampfsportlern, wenngleich der Einfluss von Rechtsextremen unvermindert hoch bleibt.

ab 18 Uhr, Hauptmarkt: Konzerte & Redebeiträge von unterschiedlichen lokalen und überregionalen Initiativen

ganztägig auf dem Hauptmarkt:

  • Tafel vom RAA Sachsen zu rechter Gewalt in Sachsen
  • Wanderausstellung vom IVF zu Diskriminierung im Fußball

Bautzen – die Tausendjährige, Hauptstadt der Sorben, Stadt der Türme und Stadt des Senfes.
Und doch überregional bekannt für Anschläge auf Geflüchtetenunterkünfte, rassistische Hetzjagden und gewalttätige Angriffe auf Linke und Migrant*innen. Die Spreestadt hat mit massiven Problemen zu kämpfen. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich Nazistrukturen verfestigt und Rassismus fest in der Gesellschaft etabliert. In der ganzen Region wurden Jugendclubs dicht gemacht, im ländlichen Raum gibt es kaum Kulturangebote und Bahntrassen wurden stillgelegt. Kein Wunder, dass es viele junge Menschen in die großen Städte zieht.

Die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Ostsachsen haben die politische Lage weiter verschärft. Die AfD und rechte Bürgerbündnisse konnten eine enorme Anzahl an Stimmen auf sich vereinen, was auch die letzten progressiven Projekte in Gefahr bringt. Trotz alledem gibt es hier nach wie vor Menschen, die sich Tag für Tag für eine offene und solidarische Gesellschaft einsetzen: FridaysforFuture fordert auch in Bautzen mutigen Klimaschutz ein, das Bündnis „Bautzen bleibt bunt“ unterstützt Geflüchtete beim Ankommen in der Oberlausitz und der Jugendclub „Kurti“ ermöglicht es jungen Menschen, sich selbstorganisiert Freiräume zu schaffen. Wir fordern in Bautzen, Sachsen und überall alternative Jugendkultur zu stärken, für den Feminismus zu fighten, keinen Menschen aufgrund seines Alters, seiner Herkunft oder seines Aussehens auszugrenzen und für soziale Gerechtigkeit zu sorgen!

am 26.7.

13.30 – 19.30 Uhr, Jugendclub Kurti
Workshop: „Einführung ins Transformative Community Organizing“
Wie bindet man Leute, die zum ersten Mal politisch aktiv werden, in die eigene Organisation ein? Wie erreicht man Menschen außerhalb der eigenen politischen und sozialen Sphäre? Wie lassen sich Strukturen aufbauen, die die Menschen in ihren sozialen Kämpfen unterstützen?
Und wie können wir unsere Kämpfe so führen, dass sie jetzt konkrete Verbesserungen bringen, wir dabei aber das Ziel einer besseren Gesellschaft nicht aus den Augen verlieren?
Transformatives Community Organizing versucht, Menschen zu bestärken gemeinsam zu handeln und zur Lösung von Problemen in ihrem Umfeld beizutragen.

ab 20 Uhr, Ort wird über Facebook bekanntgegeben
Filmvorführung: „Die Mission der Lifeline“ mit anschließender Podiumsdiskussion

am 27.7.

ab 10 Uhr, Postplatz, und ab 14 Uhr, Kornmarkt
Infostände verschiedener lokaler und überregionaler Initiativen und Vereine, offenes Wohnzimmer und Kaffeezelt, Hüpfburg, Küche für alle am Nachmittag (Falafel und Crêpes), Betreuung durch den Augen Auf e.V. und der Initiative Aufbruch Ost

Ab 14 Uhr, Kornmarkt
Aufbruch Ost
Die Initiative Aufbruch Ost beschäftigt sich intensiv mit den Jahren ’89 und ’90, der Postwendezeit und der Abwicklung der Treuhand. Im gemütlichen Mobilen Wohnzimmer wird bei Kaffee und Kuchen Austausch betrieben und über diese Zeit, soziale Gerechtigkeit, Ostdeutschland und viel mehr gesprochen.

Frauen* in der DDR
Das Projekt Frauen in der DDR interessiert sich für Geschichte und Politik und trifft sich regelmäßig, um über verschiedene Themen zu diskutieren, vor Allem aber über das Leben und arbeiten in der DDR. Besonders spannend finden sie die die Perspektive von Frauen in der DDR, die in der Geschichtsschreibung oft unsichtbar scheint. Deswegen laden sie herzlich zu einer Plauderrunde bei Kaffee und Kuchen, gemeinsam mit Aufbruch Ost, ein.

14 – 16 Uhr, Frauenzentrum
Workshop „Mein Körper, meine Entscheidung – eine Einführung in den Feminismus und die Abtreibungsdebatte“ – Gemeinsam mit aktiven Feminist*innen wollen wir eine der Grundforderungen feministischer Theorie und Praxis genauer ergründen – das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper. Welche Geschichte hat die Debatte um das Recht auf Abtreibung, wo steht die Debatte heute und welche Möglichkeiten gibt es, feministisch aktiv zu werden? Wir wollen uns austauschen über persönliche Schicksale und Meinungen, und einen Blick wagen auf die Grundlagen der feministischen Theorie.

14 – 18 Uhr, Kornmarkt
Skaten mit dem „Bautzen rollt e.V.“ – FLTI* friendly!

14 – 18 Uhr, im Tunnel
Graffitiworkshop 

15 – 17 Uhr, Kornmarkt
„Klima, Krise, Protest – eine Podiumsdiskussion“ – Die Klimakrise ist real und gefährdet unser aller Zukunft. Was hat dazu geführt, welche politischen Veränderungen sind notwendig und welche Möglichkeiten gibt es, selbst zu handeln? Aktivist*innen von FridaysforFuture und Ende Gelände diskutieren mit Wissenschaftler*innen darüber, was passieren muss, um die Klimakatastrophe zu stoppen und um Klimagerechtigkeit herzustellen.

16 – 17.30 Uhr, Museum
Lesung und Podiumsdiskussion „Lasst uns Liebe organisieren – Brown Under?“ – Was ist in Bautzen geschehen, seit im Februar 2016 die geplante Geflüchtetenunterkunft „Husarenhof“ in Brand gesteckt wurde? Wie gehen Politik und Verwaltung in der Region mit Rassismus um? Und welche Möglichkeiten gibt es für all diejenigen, die in Bautzen für eine offene Gesellschaft streiten wollen?
Nach einer Lesung aus dem Jahresmagazin „Querfeld“ des Sächsischen Flüchtlingsrates wollen die Autor*innen auf dem Podium und mit den Anwesenden ins Gespräch kommen.

ab 16 Uhr, Jugendclub Kurti
„Warum Erinnerungsarbeit? – Erinnerungsarbeit im Netz“ – Warum ist auch 80 Jahre nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges antifaschistische Erinnerungsarbeit notwendig, und wie kann Erinnerungsarbeit auch ohne lebende Zeitzeug*innen weitergehen? Der VVN-BdA und der AKuBiZ e.V. möchten ihre Arbeit und das Projekt „gedenkplätze.org“ vorstellen und mit den Teilnehmer*innen diskutieren.

ab 18 Uhr, Kornmarkt
Konzert und Redebeiträge von lokalen und überregionalen Initiativen

02.08. – Gera

Cottbus ist eine Stadt die vorallem in den letzten Monaten immer wieder Negativschlagzeilen machte: So zog u.a. die AfD als stärkste Kraft in die Stadtverordnetenversammlung ein, es kam zu Razzien u.a. bei rechtsextremen Fußballhooligans und der aus einer verbotenen, rechtsextremen Vereinigung hervorgegange Verein Zukunft Heimat hat gemeinsam mit der AfD ein gemeinsames Hetzbüro mitten in der Cottbuser Altstadt eröffnet.

Aber es gibt auch ein anderes Cottbus, eines das in diesem Jahr gleich zwei Mal 25 Jahre Geburtstag zweier ganz unterschiedlicher kultureller Freiräume feiert (Happy Birthday Chekov und Muggefug!), ein buntes, lautes und weltoffenes Cottbus. Wir sind nicht mehr, aber wir sind auch da: Auch in Cottbus sind Menschen aktiv, die sich zur Wehr setzen gegen Diskriminierung, Kriminalisierung und Ausgrenzung. Wir – das ist ein Zusammenschluss von Menschen unterschiedlicher Geburtsorte und Prägungen, mit und ohne Fluchterfahrungen, verschiedener geschlechtlicher Identitäten, unterschiedlicher Arbeit, unterschiedlicher Hautfarbe, mit und ohne Kinder. Was uns eint, ist die Idee, dass wir mit unseren Problemen nicht allein sind und sie nicht allein lösen können und wollen.

Das Wahlergebnis der Kommunalwahl macht nochmal deutlich wie wichtig #WannWennNichtJetzt auch in Cottbus ist, und wie sehr der Name Programm ist: Um den Menschenfeinden in blau und braun etwas entgegen setzen zu können, gilt es sich zu vernetzen, schon bestehende Bündnisse zu stärken und neue knüpfen, gerade für die Zeit nach der Landtagswahl. Umso schöner das bei einem so bunten Fest wie dem am 03.08. auf dem Erich-Kästner-Platz zu tun. Denn wir dürfen uns nicht die Freude an dem nehmen lassen was wir tun, besonders nicht das. Jetzt erst recht und trotz alledem: Es gibt viel zu tun, gemeinsam. So macht’s bekanntlich am meisten Freude.

Open Stage: „Von ganz tief unten“:

„Von ganz tief unten“ ist eine neue Veranstaltungsreihe irgendwo zwischen Offener Probe, Werkstattpräsentation und Konzert: Die gemütlichste Probebühne der Stadt, auf der am 03.08. unterschiedlichste Künstler*Innen mit mehr und mit weniger Bühnenerfahrung Geschichten mit und ohne Musik mit dem Cottbuser Publikum teilen werden. Für Kurzentschlosseninspirierte gibt es auch die Möglichkeit sich, ganz im Sinne einer Open Stage, spontan dazu zu entschließen etwas von der eigenen Bühnenkunst zu teilen.

Gregor Wieland / Trotz Dem – Melodien machen Mut
Matthias Kiesling / Politfolklore
Michael Becker & Mario Heß / Lieder und Texte gegen Faschismus und Krieg Jawad & Mohammed / Fluchtgeschichten
Heide, Sand und Kiefer / Gundermann-Cover
Fartuuna / Ukutastische Liedermacherin

Vorträge/Workshops:

  • Michael vom Netzwerk Gegenargument – „Argumentationstraining gegen rechte Parolen“
  • Boris von Berlin Buster Social Club (BBSC) – „Kommunikationsguerilla“
  • Lui und Jule von den Industrial Workers of the World (IWW) – „ORGANIZE! – Selbstbestimmt und kollektiv Aktionen am Arbeitsplatz, in der Schule, der Uni oder dem Kiez organisieren“
  • Aktive aus der Pflegebewegung in Berlin und Brandenburg – „Kämpfe im Gesundheitswesen“

Filmzelt:

  • „DEFA Filmschätze neu entdeckt“: „Verliebt und vorbestraft“ (1963, R: Erwin Stranka); „Eine Pyramide für mich“ (1975, R: Ralf Kirsten); „Junge Leute in der Stadt“ (1985, R: Karlheinz Lotz)
  • Dokumentarfilm im Rahmen des Workshops „Kämpfe im Gesundheitswesen“: “Der Marktgerechte Patient”

Podiumsdiskussion:
„30 Jahre ‘89“: Podiumsgespräch zum Herbst ‘89

Abendprogramm/Konzert: tba

Markt der Möglichkeiten:
Initiativen und Vereine aus der Region stellen sich vor, außerdem gibt es reichlich zu essen, zu trinken und jede Menge Spaß und Spiel für Kinder und Junggebliebene.

Stadtführungen:
„Trauriges Herz – Von blühender Landschaft zum Schandfleck“ – Ein melancholischer Rundgang von der Initiative „Stadtpromenade für alle“

Weitere Informationen zum Programm, die genauen Orte und Zeiten der Veranstaltungen, Änderungen und Neuerungen erhaltet ihr während des ganzen Tages am Infozelt.

03.08. - Annaberg-Buchholz

Der Erzgebirgskreis ist nach Zwickau und Bautzen der dritte Stop der Konzerttour. Vielen bekannt als die Region von alter Bergbautradition, Holzkunst, Schwibbogen und schöner Natur, möchten wir etwas über die politischen und gesellschaftlichen Strukturen erzählen.

Seit jeher sind rechte Gruppen breit über das Erzgebirge aktiv, sowohl in Kommunalpolitik, also auch auf der Straße. So geschahen beispielsweise auch im Juni Übergriffe von Nazis während des Annaberger KÄTs. Regelmäßig finden gut besuchte Neonazi Konzerte und Kampfsportveranstaltungen, wie die „Tiwaz“, im Erzgebirgskreis statt. Nicht nur die AFD zog mit 21,4% in den Kreistag bei den Kommunalwahlen ein, auch Mitglieder der „Identitären Bewegung“ gewannen Sitze. Die rassistische und menschenfeindliche Hetze führt zu Hass und Gewalt. So wurde im letzten Jahr Christoph W. von Nazis ermordet, weil ihnen seine sexuelle Orientierung nicht passte. Die Täter wurden verurteilt ohne dass ihre klar beweisbare rechte Einstellung dabei in Betracht gezogen wurde. Diese Ignoranz gegenüber dem rechten Terror, ist beispielhaft für den problematischen Umgang mit rechter Gewalt seitens einiger sächsischer Behörden. Wir lehnen Rassismus und Menschenfeindlichkeit entschieden ab und wollen ein Leben ohne Hass und Gewalt für alle.

Es gibt einige Projekte, Gruppen und Orte, die sich für ein offenes und vielfältiges Miteinander einsetzen. Es entstehen nachhaltige Gärten, alternative Festivals, Jugend- und Kulturtreffs und vieles weitere. Dieses Jahr im Mai fand zudem eine „Fridays for Future“ – Demo in Annaberg statt.

Zusammen wollen wir am 03.08. auf dem Marktplatz zeigen, dass es viele tolle Projekte und Initiative im Erzgebirge gibt und hier Visionen für ein gerechteres und vielfältigeres Leben für alle entstehen.

ab 10 Uhr, Marktplatz:
Infostände verschiedener lokaler und überregionaler Initiativen und
Vereine

10 Uhr, Marktplatz:
Mitbringbrunch und Musik von Mundart Künstler George Martin, DJ Ska Fish und Handzahm

12.30, Marktplatz:
Podiumsdiskussion zum Thema Frauenhaus im Erzgebirgskreis

Im vergangenen Jahr wurde mittels einer Petition vom Landesfrauenrat Sachsen e.V. die Schaffung eines Frauenhauses im Erzgebirgskreis angeregt. Trotz zahlreicher Unterschriften und dem Wissen des Problems um Gewalt gegen Frauen wurde in den politischen Gremien kein Bedarf für eine entsprechende Einrichtung gesehen, da es bereits Schutzwohnungen gebe. So bleibt der Erzgebirgskreis der einzige sächsische Landkreis ohne Frauenhaus.

Es ist vielen Menschen ein Bedürfnis das Thema weiterhin in der öffentlichen Debatte zu halten. Mit einem Podiumsgespräch sollen sowohl die gesellschaftlichen Verhältnisse thematisiert werden, die den Bedarf an Hilfsangeboten verursachen und gleichzeitig die Möglichkeiten eines Frauenhauses, auch in Abgrenzung zu einfachen Schutzwohnungen, dargestellt werden.

ab 13.30, Marktplatz:
Musik und Redebeiträge

16Uhr, Marktplatz:
Lesung mit Olaf Sundermeyer

Der Publizist und Journalist Olaf Sundermeyer beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit den Themen Rechtsextremismus, Kriminalität und Gewalt im Fußball, sowie der Inneren Sicherheit. Dazu zählt aktuell vor allem die Auseinandersetzung mit AFD, Pegida, HogeSa und dem NPD Verbotsverfahren. In seinem 2018 im Beck Verlag erschienen Buch Gauland. Die Rache des alten Mannes legt er den Fokus auf den Partei – und Fraktionsvorsitzenden der AFD. In einer Auseinandersetzung mit persönlichen Erfahrungsberichten und gesellschaftlicher Analyse wird die Person Gaulands beleuchtet und in die Entwicklung der AFD und anderen rechten Strukturen eingebettet.

17Uhr, Erzhammer:
NSU-Monologe

Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) ist den meisten Menschen bekannt als terroristische Vereinigung, die von etwas 1999 bis 2011 zehn Menschen ermordeten, es bei 43 weiteren versuchten, drei Sprengstoffanschläge verübten und 15 Raubüberfälle tätigten bis zur Selbstenttarnung 2011. Bis heute sind nicht alle Vernetzung mit Institutionen, wie Polizei, Verfassungsschutz und anderen aufschließend geklärt. Die Bühne für Menschenrechte widmet sich in ihrem dokumentarischen Theaterstück die „NSU Monologe“ der Perspektive und den Erfahrungen von Personen dreier betroffener Familien: Elif Kubaşık, Adile Şimşek und İsmail Yozgat. Dem dokumentarischen Theater gehen Interviews voraus, aus welchen wortgetreu die Monologe der Darsteller*innen entstehen. Sehr eindrücklich schildern die Darsteller Wut, Trauer, Angst und Hoffnung in der Gefühls – und Erfahrungswelt der Protagonist*innen. Auch ihre Geschichte wird erzählt, welche Steine ihnen in den Weg gelegt worden, als sie versuchten die Ereignisse vollständig aufzuklären und sich bemühten weitere Morde lange vor der Selbstenttarnung schon zu verhindern. Eine derartige Auseinandersetzung mit rechter Gewalt, deren institutionelle Verstrickungen und Konsequenzen sind in Zeiten von steigender rechter Gewalt und Terror, Hannibal und Uniter, sowie einer starken AFD weiterhin so wichtig.

ab 18 Uhr, Marktplatz:
Konzerte & Redebeiträge von unterschiedlichen lokalen und
überregionalen Initiativen, es treten auf PVC, Amewu, Kobito, Blinker und Sookee

zusätzlich auf dem Marktplatz:

– Tafel vom RAA Sachsen zu rechter Gewalt in Sachsen
  Dialogcafe von Aufbruch Ost zu den Themen Wende, Nachwendezeit und Treuhand
– Chilloutlounge, mit Shishabar ab 18Uhr
– Kinderbetreuung mit Kinderschminken, Gipsmasken, Hüpfburg und weiterem

03.08. - Müncheberg

#WannWennNichtJetzt wollen wir aufstehen für ein weltoffenes Märkisch-Oderland, in dem Chancengleichheit, Solidarität und Akzeptanz verbindende Werte sind. Für ein respektvolles Miteinander auf Augenhöhe, ganz gleich wie wir leben, wen wir lieben oder woher wir kommen. #WannWennNichtJetzt wollen wir laut und sichtbar eintreten für eine demokratische Zivilgesellschaft, in der kein Platz ist für Rassismus, Hass und Hetze, Gewalt und antidemokratische Parteien.

Wie andere Regionen auch hat das Märkisch-Oderland mit einem massiven Rechtsruck zu kämpfen. Rassistische Ressentiments, autoritäre Einstellungen und faschistisches Gedanken“gut“ treten im Alltag immer offener und aggressiver zu Tage. Bisher Unsagbares wird ausgesprochen und viel zu oft toleriert. Bei den Europa- und Kommunalwahlen wurde die sogenannte Alternative für Deutschland mit ihrer menschenfeindlichen Ideologie stärkste politische Kraft.

Deswegen wollen wir aufstehen gegen den Rechtsruck in unserer Region, als lebendiges, buntes und weltoffenes Märkisch-Oderland Farbe bekennen und anderen die Hand reichen, mit uns für eine menschliche und menschenwürdige Region einzutreten. Auf den Impuls der Aktivist*innen des Alternativen Jugendprojekts 1260 ev. hin trifft sich die Initiative aus zivilgesellschaftlich engagierten Menschen seit März, um in Müncheberg ein demokratisches und antifaschistisches Fest auf die Beine zu stellen. Dabei ist die Initiative, die von der Stadt Müncheberg ausdrücklich unterstützt wird, in den letzten Monaten zu einem breiten gesellschaftlichen Bündnis herangewachsen.

ab 14 Uhr
Graffiti-Workshop

→ United Colours of Müncheberg! Dosen und Wände stehen bereit und warten auf sprühende Kreativität. Von A bis Z könnt ihr alles malen und wer noch einen Tipp brauch, kann sich den gerne vom Workshopleiter abholen.

Infostände:
lokale und überregionale Initiativen stellen sich und ihre Arbeit vor und stehen bereit für einen netten Plausch über die Ausgestaltung einer solidarische Gesellschaft.

  • Horte & AG Beratungsgruppe für Opfer rechter Gewalt
  • Kreis-, Kinder- und Jugendring
  • Seebrücke
  • Aufstehen gegen Rassismus
  • Die Linke

Marktstände:
Kaffee & Kuchen & Kommunismus

14:00 Eröffnung
Mit Grußwort von Maria Buch

14:30 Uhr
Lesung mit Karsten Krampitz / Kaltland

Karsten Krampitz, geboren 1969 in Rüdersdorf, veröffentlichte u. a. mehrere Bücher zur Selbstverbrennung des Pfarreres Oskar Brüsewitz und promoviert derzeit zum Verhältnis von Kirche und Staat in der DDR. Für seine Novelle »Heimgehen« erhielt er 2009 den Bachmann-Publikumspreis. Er hat diverse Romane und Erzählungen veröffentlicht,in Müncheberg liest er heute aus der literarischen Anthologie „Kaltland – Eine Sammlung“ zu den Pogromen und Menschenjagden der Nachwendezeit.

15:30 Uhr
Stammtischkämpfer*innen Workshop von Aufstehen gegen Rassismus

Der Rechtsruck zeigt und äußert sich in allen Bereichen. Wir alle kennen das: In der Diskussion mit dem Arbeitskolleg*innen, dem Gespräch mit der Tante oder beim Grillen mit dem Sportverein fallen Sprüche, die uns die Sprache verschlagen. Später ärgern wir uns, denken, da hätten wir gerne den Mund aufgemacht, widersprochen, die rechten Parolen nicht einfach so stehen lassen.

Hier wollen wir ansetzen und Menschen in die Lage versetzen, die Schrecksekunde zu überwinden, Position zu beziehen und deutlich zu machen: Das nehmen wir nicht länger hin!
Wir können durch Widerspruch, deutliches Positionieren und engagierte Diskussionen ein Zeichen setzen, die Stimmung in unserem Umfeld beeinflussen und unentschlossenen Menschen ein Beispiel geben und für solidarische Alternativen streiten.

19 Uhr
Die Asyl-Monologe / Dokumentarisches Theater

Die Asyl–Monologe erzählen von Ali aus Togo, von Freunden liebevoll „Präsident“ genannt, Felleke aus Äthiopien, der erst willensstark Abschiebeversuche verhindern muss, um dann einen Menschenrechtspreis überreicht zu bekommen, und Safiye, die nach Jahren der Haft in der Türkei und einer absurden Asylablehnung sich für das Lebensbejahenste überhaupt entscheidet: sie schenkt einem Sohn und einer Tochter das Leben. Die Asyl-Monologe erzählen 3 Geschichten über Flucht und Ausgrenzung. Geschichten die Einblicke in Welten geben, die sich die, die sich nicht selbst erlebt haben, kaum vorstellen können. Wir wollen einen Perspektivwechsel anstoßen.

10.08. – Plauen

16.08. – Neuruppin

17.08. – Forst

30.-31.08. – Grimma (Crossover Festival)

21.09. – Saalfeld

27.09. – Mühlhausen

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